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Richard Dove: Farbfleck auf einem Mondrian-Bild

Titel
  • Richard Dove
  • Farbfleck auf einem Mondrian-Bild
  • Gedichte
  •  
  • 184 Seiten. Broschur
  • 14,- Euro
  • ISBN 978-3-924944-57-5 (2002; 2. Auflage 2004)
  • Seine Gedichte ähneln kleinen Peilungsapparaturen, die das Chaos der Oberfläche erkunden und zugleich den feinen Stimmen der Tradition lauschen.

    Süddeutsche Zeitung

  • So ist es ungewöhnlich, aber nicht eigentlich verwunderlich, daß Richard Dove nicht im prosahaften Parlando seiner deutschen Generationsgenossen dichtet, sondern ein Fülle tradierter Formen benutzt.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung

  • Immer wieder verarbeitet Dove poetische Großstadteindrücke mit einer nahezu expressionistischen Tongebung. (...) Neben diese lyrischen Momentaufnahmen treten Gedichte wie »Schillers letzter Text« oder »Nietzsche ist auch bloß ein Anagramm von Schiwa«. Dieser inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Traditionen des Abendlandes entspricht eine verblüffende formale Vielfalt. Die antike Ode kommt ebenso zum Einsatz wie die anakreontische Lyrik, das Sonett, Rondeau, Haiku oder auch die visuelle Poesie.

    DAS GEDICHT

  • (...) ein Abgesang auf jede Art von lyrischem Schwulst.

    Stuttgarter Zeitung

  • Richard Dove, 1954 in Bath/England geboren, lebt seit 1987 in München, wo er als Literaturkritiker, Herausgeber und Übersetzer tätig ist. Zahlreiche Veröffentlichungen in Großbritannien, Deutschland und USA.

  • Textprobe:

    Orpheus und die Damen von Karlsbad


    Orpheus' neues Buch erscheint bei Cotta,
    Auslieferung kurz vor Michaelis.
    Er fährt immer noch mit der Postkutsche ruhelos
    hin und her zwischen Wien und Stuttgart,
    zwischen Erhabenheit und Trautheit.
    Gott hängt an einem dünnen Faden;
    recht oft kommt ihm das Wort
    des verstorbenen Freundes Baader
    in den Sinn. Die Herren Rezensenten
    werden einen Fortschritt entdecken
    in seiner Kunst;
    nach Lustra der Zerrissenheit
    die Ahnung des Zusammenhaltes
    im herbstlichen Walde:
    Daß alles Sterben und Vergehen
    Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.
    Allerdings werden die Damen von Karlsbad
    ihre Exemplare zerreißen:
    sobald sie die Kunde seiner -
    so bald vom Wahnsinn gelösten -
    Verlobung erreicht.
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