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Wolfgang Gsell: Rekonstruktionen

Wolfgang Gsell: Rekonstruktionen
  • Wolfgang Gsell
  • Rekonstruktionen
  • Szenen, Bilder & andere seltsame Arten von Prosa
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  • 166 Seiten. Broschur
  • 13,- Euro
  • ISBN 978-3-924944-55-1 (2002)
    (Bibliothek Neue Prosa)
  • Dem Autor geht es nicht zuletzt um eine Symbiose zwischen Literatur und Fotografie, seine »Rekonstruktionen« sind als versprachlichte Fotografien zu umschreiben, die auf eine visuelle Veranschaulichung verzichten können. Dabei wechseln sich literarische Schnappschüsse mit verbalisierter exquisiter Kunstfotografie ab. Ebenso vielschichtig sind auch die Motive, denen die »Prosa-Kamera« des Autors nachspürt und die sich zu einem Kaleidoskop zusammenfügen, das nahezu alle Facetten unserer gesellschaftlichen und individuellen Gegenwarten beinhaltet.

  • Er macht es dem Leser nicht einfach, liefert keine Stories, nach denen man sich mit dem Jawoll-habe-ich-verstanden-Gefühl zurücklehnen kann. Es mag den einen oder anderen verstören, mancher mag es heutzutage auch nicht mehr gewohnt sein, aber wer hier mitdenkt, hat deutlich mehr vom Text!

    Stefan Heuer in: THE PUNCHLINER

  • Wolfgang Gsell wurde 1958 in Stuttgart geboren, wo er auch heute noch lebt. Er beschäftigt sich mit Literatur, Philosophie und Fotografie und ist Initiator verschiedener Autorengruppen.

  • Textprobe:

    Rekonstruktion No. 5


    Den Scheitel kannst du gerne tiefer ziehen. Wir wissen, Freund, der blaue & manchmal auch wolkenvergrämte Himmel über dir liegt immer ein bisschen schief. Ansonsten willst du mit derartigen Perspektiven nichts zu tun haben. Chromkassetten drehen sich im Ohr bei deinen Kreuzzügen entlang der Straßen & Räume. Du hast dich der Vision entsagt & lebst im Zölibat der Fantasielosigkeit. Das artikuliert sich in einfachen Monologen, die du pflegst wie ein Lieblingstier. Jede Haut, die du berührst, wird zum Spiegelbild deiner Gefälligkeit. Erobere weiter die Körper ohne Antwort. Deine Exkursionen sollen dir gegönnt sein. Möge die Erektion deiner Reflektionen noch eine Weile der Passion standhalten. Dennoch wirst du irgendwann auf jemanden treffen, der deinen trögen Blickpunkt nicht einfach ignoriert.
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