Bernd Jaeger: Das Licht am Ende des Tunnels
Gedichte, die in vielen Kreisen hochgeschätzt werden, sich aber heute nicht mehr der verlegerischen Nachfrage erfreuen wie noch vor 20 Jahren.
DIE WELT, Bremen
Bernd Jaeger, der seiner Subtilität wegen das Prädikat eines Neuen Sensibilisten eher verdient als seine Altersgenossen, die extravertierten Rebellen von 1968, bringt es fertig, dier Fülle seiner täglichen Irritationen und Dissoziationen zu Anschauungsmaterial werden zu lassen, an dem wir unseren Narzißmus wahrnehmen und studieren können. Diese anthropologische Lektion wird uns völlig beiläufig zuteil, ohne belehrende Absicht, und nur mit den Mitteln der Kunst.
Prof. Hans-Jürgen Heise
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Bernd Jaeger, 1948 in Kiel geboren, lebt seit 1977 in Bremen. Viele der in diesem Band versammelten Gedichte entstammen seinen ersten 4 Gedichtbänden, die zwischen 1970 und 1980 erschienen und schon lange vergriffen sind.
Textprobe:
Zeitgeist
Der mir auf die
Finger sieht, der
Zeitgeist, bremst mich.
Ich gehe aus mir heraus,
doch er will nichts
von mir wissen.
Wir, schlage ich ihm vor,
sollten uns vertragen.
Doch er geht zum
Bahnhof und schaut sich
Waffen an.

