Markus Waldura: Landschaft, offene Hand
Walduras Gedichte tasten sich ebenso taktvoll wie filigran an ihr Thema heran, um sodann in einer kontrapunktischen Bewegung des Innehaltens sehr persönliche Einblicke zu gewähren. Wie durch ein weit geöffnetes Fenster lassen sich vielfältige Aussichten genießen, die sich zwischen den Worten auftun. Manche der Gedichte verführen in innere und äußere Landschaften von Walduras saarländischer Heimat sowie ins Nordmeer, nach Island und Spitzbergen, andere wiederum verweilen in der stillen Betrachtung von Musik oder folgen dem rastlosen Rhythmus der modernen »cyber generation«, doch im Mittelpunkt steht immer: der Mensch.
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Markus Waldura, 1957 in Quierschied/Saar geboren, lebt in Saarbrücken. Studium der Germanistik und Musikwissenschaft in Saarbrücken. Er arbeitet derzeit als Lehrer für Musikerziehung und Deutsch an einer sozialpädagogischen Fachschule in Landstuhl und hält als Privatdozent für Musikwissenschaft Lehrveranstaltungen an der Universität des Saarlandes. Bisher sind Gedichte von ihm in zahlreichen Lyrikzeitschriften erschienen.
Textprobe:
Katze im Schreiten
Säuberlich tupft sie mit weichen
Ballen alles Geräusch aus
ihrer Spur. Mit jedem Pfotenheben
nimmt sie sich fort aus unsern Ohren –
Halbwesen, das nicht mehr vorkommt
auf der Schallseite der Welt.

